Erfahrungsbericht

Kinder-Camp in Albanien

Im Sommer 2011 war die Malteser Jugend aus dem Erzbistum Köln für zwei Wochen am Kinder-Camp der Malteser in Albanien beteiligt und erzählt von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

Gesucht wurden Gruppenleiter mit Erfahrung in der Gruppenarbeit und guten Englischkenntnissen, die mindestens 18 Jahre alt sind und bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen. Diesen Herausforderungen stellten sich die jungen Malteser Katharina Jonas, Katharina Lang, Oliver Pfeiffer und Franz von Strachwitz.

Seit 15 Jahren findet in Albanien das vierwöchiges Malteser Camp für rund 130 Kinder aus bedürftigen Familien in jedem Sommer statt. Kinder, die überwiegend aus den Bergen und aus Roma Familien kommen, können sich hier für ein paar Tage von ihrem beschwerlichen Leben erholen, neue Erfahrungen machen und eine unbeschwerte Zeit verbringen.

Kultureller Austausch

Die Grundidee dieses Austausches zwischen der deutschen Malteser Jugend und den albanischen Maltesern ist der Transfer zwischen den beiden Helfergruppen, mit verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen. Beide Seiten sollen von der jeweils anderen Seite einen Einblick in die jeweilige Kultur erhalten und im Rahmen des Camps gemachte Erfahrungen austauschen und Neue  gemeinsam sammeln.

Auslandsreferent Matthias Heiden und Jugendreferent Achim Schmitz der Malteser in der Diözese Köln versprachen sich für die Teilnehmer beider Seiten positive Auswirkungen auf die jeweilige persönliche Entwicklung und für die heute in der globalisierten Berufswelt immer wichtiger werdende sogenannte „interkulturelle Kompetenz.“

Der Erfahrungsbericht 

Über ihre Erfahrungen in Albanien berichtet Katharina Lang, die ihr freiwilliges soziales Jahr bei den Maltesern in der Diözesangeschäftsstelle Köln absolviert.  

„Voller Spannung und Abenteuerlust traten wir am 16. Juli 2011 unsere Reise nach Tirana/Albanien an. Im Camp angekommen, liefen direkt die ersten Kinder neugierig auf uns zu. Aus jeder Ecke hörte man ‚Germany, Germany, Germany!’. Es war ein schönes Gefühl, so von den Kindern begrüßt zu werden.

Das Camp läuft über 30 Tage, wobei jeweils für 10 Tage eine Gruppe von ca. 30 Kindern am Camp teilnimmt. Wir starteten unseren Austausch in der dritten Gruppe, am Ende des Lagers. Die Anfangssituation war wie vermutet abenteuerlich und für uns sehr spannend, da wir trotz guter Vorbereitung nicht genau wussten, was uns erwartet, so war zum Beispiel bekannt, dass die Lagerverhältnisse einfach sein würden. Neben den dann doch sehr einfachen Duschen waren die drückende Hitze, die einem im Juli und August in Albanien ziemlich zu schaffen machen kann, die größte Herausforderung des Aufenthaltes. Aber nach einer kurzen Zeit des aneinander Gewöhnens und des Ankommens, freuten wir uns dann auf die Arbeit mit den Kindern und auf die Zeit mit den albanischen Betreuern.

Im Camp 'Kind' sein dürfen

Der Tag startete im Camp um 7.30 Uhr mit einer halben Stunde Frühsport und anschließendem Frühstück. Nach einer kleinen Lerneinheit hatten die Kinder dann erst einmal eine gute Stunde Freizeit. Ein absolutes Highlight für alle Lagerteilnehmer waren die Ausflüge vormittags und nachmittags zum Schwimmen an den Strand. Diese wurden nur durch das tägliche Mittagessen im Camp unterbrochen, wobei für viele Kinder eine tägliche warme Mahlzeit nicht selbstverständlich ist.

Diese Malzeiten wurden vor Ort frisch zubereitet und unser Kölner Koch Oliver Pfeifer hatte große Freude, die Kinder mit einfachsten Gerichten zu verwöhnen. So war ein kulinarischer Höhepunkt des Lagers ein einfacher Crepe mit unterschiedlichen Belägen. Die Kinder rannten den ganzen Tag durchs Lager und immer wenn sie unseren Koch sahen, riefen Sie: „Blini, Blini“, die lokale Bezeichnung für Crepe.

„Sehr Bedrückend ist die Erfahrung, dass die meisten der Kinder außerhalb des Camps einen strengen, arbeitsreichen Tagesplan absolvieren müssen. Um das Überleben der Familien zu sichern, sind alle damit beschäftigt, Essen aufzutreiben, im Haushalt und bei der Versorgung der jüngeren Geschwister zu helfen. Nur im Camp dürfen die Kinder einmal für ein paar Tage wirklich Kind sein“, erklärte uns Orijeta Fusha, die albanische Jugendreferentin des Camps.   

Mit kleinen Dingen Großes bewirken

Dass es eine große persönliche Herausforderung werden würde, wusste ich schon vorher, doch auf so ärmliche Verhältnisse bin ich bisher noch nie in einem Land gestoßen. Als Urlauberin erfährt man ja meist immer nur die schönen Seiten eines Landes. Umso größer ist dann der Schock, wenn man sieht, wie die Menschen in Ländern abseits der Touristenzentren wirklich leben und welche Nachwirkungen immer noch aus der kommunistischen Zeit zu spüren sind. Aber ich freue mich zu sehen, was die Malteser in Albanien für Arbeit leisten und es tut gut zu wissen, dass man hier mit kleinen Dingen Großes bewirken kann. Abschließend kann ich sagen, dass mich diese Erfahrung sehr geprägt hat und ich sehr froh und stolz bin sie gemacht zu haben.“ 

Im Rahmen ihrer Arbeit im Diözesanjugendreferat hat Katharina Lang auch ihren Camp-Kollegen Franz von Strachwitz interviewt. Das Interview ist in Kürze auf den Seiten der Malteser Jugend in der Diözese Köln nachzulesen. 

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