Zeltaufbau - Impuls August 2010
Zeltaufbau - Impuls August 2010

15. August, Mariä Himmelfahrt

Nicht zufällig markiert der 15. August den fünften Jahrestag des Beginns des XX. Welt-jugendtags in Köln. Das besondere an Maria, der Mutter Jesu, ist ihr vorbehaltloses „Ja“ zum Heilsplan des Schöpfers. Mehrere hunderttausend Jugendliche und junge Erwachsene haben damals gemeinsam in ungezählten Sprachen der Welt ihr „Ja“ zu Gott eindrucksvoll bekräftigt.

In unserem Impuls zum Monat August lesen Sie vom Malteser Sanitätsdienst und was dessen „Ja“ mit unserem eigenen „Ja“ zu tun haben kann.

Seit vielen Jahrhunderten ist in der Kirche der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel verbreitet. Vor sechzig Jahren hat Papst Pius XII. sie zum Dogma erhoben. Dass die Mutter Jesu mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, ist nach Lehre der Kirche die logische Konsequenz ihrer besonderen Rolle als der eines Menschen, der bereits ohne Erbsünde empfangen wurde. Was aber soll das genau bedeuten? Handelt es sich um eine Art besonderer Auszeichnung für Maria als Anerkennung dafür, dass die den Erlöser geboren und großgezogen hat? Was ist das besondere Verdienst der Frau aus Nazareth, dass sie derart vor allen anderen Menschen hervorgehoben wird?

Der entscheidende Moment im Leben Mariens lag bereits vorher. Es ist der Moment, indem der Engel vor sie hintritt und ihr Gottes unerhörten Plan mitteilt. Dieser Augenblick ist epochal für die Kulturgeschichte. Der alte Orient kennt, etwa im Alten Ägypten, die Geburt durch eine Jungfrau als Merkmal göttlicher Abstammung bei Königen wie dem Pharao. In diesem Sinne scheint die Jungfrau Maria auf den ersten Blick in einem gewissen Zusammenhang mit außerchristlichen Traditionen zu stehen. Geradezu revolutionär ist jedoch die Tatsache, dass Gott nicht einfach einen Menschen auswählt und sich seiner bemächtigt. Maria hat die Wahl. Sie kann sich frei entscheiden. Und ihre Entscheidung fällt eindeutig und vorbehaltlos aus. „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Damit erst wurde die Heilsgeschichte überhaupt möglich. Und das ist es letztlich, was Erlösung ausmacht, das „Ja“ zu Gott.

Nicht zufällig markiert der 15. August den fünften Jahrestag des Beginns des XX. Weltjugendtags in Köln. Mehrere hunderttausend Jugendliche und junge Erwachsene haben damals gemeinsam in ungezählten Sprachen der Welt ihr „Ja“ zu Gott eindrucksvoll bekräftigt. Der Weltjugendtag in Köln war und bleibt eine große Erfolgsgeschichte, die von tausenden Helfern erst möglich gemacht wurde, darunter auch Malteser im unermüdlichen Einsatz, etwa im Sanitätsdienst. Sie schufen eine der Voraussetzungen dafür, dass die Übernachtung einer halben Million junger Menschen auf dem Marienfeld durchführ- und verantwortbar war. Auch sie haben „Ja“ gesagt, wie es Malteser zu unzähligen Gelegenheiten tun, wenn irgendwo eine (kirchliche) Veranstaltung, ein Pfarrfest, ein Festival oder ein Fußballturnier ansteht. Die Mitarbeiter des Sanitätsdienstes betreiben Notfallstationen, kümmern sich um Kranke oder Verletzte oder betreuen behinderte Teilnehmer.

Das Leben bietet viele Gelegenheiten zum „Ja“. Es gibt die großen Möglichkeiten, zum Beispiel das „Ja“ zu einem Ehepartner und zu einem Kind oder das „Ja“ zu einer geistlichen Berufung. Es gibt die vielen kleinen Gelegenheiten: Hilfst du mir beim Umzug? Können Sie mich ein Stück mitnehmen? Hast du mal eine Minute Zeit für mich?

Mit unserem „Ja“ nehmen wir einen anderen Menschen an. Wir geben von dem „Ja“, das Gott zu uns sprach, als er uns ins Dasein rief, und das er jeden Tag neu zu uns spricht, ein Stück an andere Menschen weiter. Und mit jedem „Ja“, das wir Menschen einander geben, wächst unser „Ja“ zu Gott.

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