
- Wüste - Malteser Impuls Mai 2010
23. Mai, Pfingsten
Christus selbst sagt den Jüngern bei seinem Abschied zu: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Und so erklärt Petrus in seiner Pfingstpredigt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“
In unserem Impuls zum Monat Mai lesen Sie, welche Weltsprache bei Malteser International gesprochen wird und wie die Malteser selbst zu neuen Pfinsgterfahrungen beitragen.
Pfingsten: Die Kirche feiert Geburtstag. Das Fest markiert einen Wendepunkt im Jahresverlauf. Der Osterfestkreis ist abgeschlossen, liturgisch gilt wieder das Grün, der gottesdienstliche Alltag hat uns zurück. Und doch geht vieles nun erst richtig los. Christus selbst sagt den Jüngern bei seinem Abschied zu: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Und so erklärt Petrus in seiner Pfingstpredigt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“
Zeugnis abzulegen, das haben sich die Malteser auf besondere Weise zueigen gemacht, wie ihr Wahlspruch es ausdrückt. In ganz Judäa und Samaria – also in der Heimat, wie in der Fremde – und bis an die Grenzen der Erde. Mehr als 200 Projekte der Gesundheitsvorsorge und Armutsbekämpfung in Europa, Asien und Afrika betreut Malteser International von Köln aus. 45 Mitarbeiter am Hauptsitz, über 100 internationale und rund 1.000 lokale Mitarbeiter auf den verschiedenen Kontinenten sind Zeugen Jesu Christi durch ihren Einsatz für die Menschen. Sie bezeugen den Glauben in der Sprache des Helfens, die auf der ganzen Welt verstanden wird. So wird das Helfen selbst zu einem pfingstlichen Ereignis. Wie in der Apostelgeschichte die Menschen aus aller Herren Länder plötzlich der Verkündigung der Elf in ihrer eigenen Sprache folgen konnten, so gibt auch das Engagement der Malteser ein Zeugnis, das sich jedem Menschen erschließt.
Schon einmal spielen verschiedene Sprachen eine wichtige Rolle in einer biblischen Erzählung: Indem er ihre Sprache verwirrt, zerstreut Gott im Buch Genesis die Erbauer des Turmes zu Babel. Kommunikation unter ihnen ist plötzlich nicht mehr möglich, ihr Vorhaben unter diesen Umständen gescheitert. Gescheitert sind die Menschen aber letztlich an sich selbst, an ihrem Vorhaben, Gott durch ihren Größenwahn zu übertrumpfen und sich selbst an seine Stelle zu setzen. Eine solche Verabsolutierung des Menschen muss letztlich immer zu solchem Egoismus führen, der keinen Raum mehr für den Mitmenschen lässt und auf diese Weise jeder gemeinsamen Sprache die Grundlage entzieht.
Doch mit Pfingsten erklingt eine neue Sprache, die Sprache der Hoffnung und des Lebens und sie trifft, so berichtet die Apostelgeschichte, ihre Zuhörer „mitten ins Herz“. Diese Sprache ermöglicht ein neues Bauvorhaben, den Bau der Stadt Gottes unter den Menschen, wie Papst Johannes Paul II. es ausdrückte, und der die Gläubigen selbst zum Bauen aufforderte: „Seid Baumeister einer neuen Zivilisation der Liebe und Gerechtigkeit.“
An diesem Bauwerk bauen Malteser weltweit, es geht nicht um einen Turm, der höher und immer höher wächst. Es geht um Brunnen, Schulen, Krankenhäuser; es geht um Brücken zwischen den Menschen, zwischen den Kontinenten und zwischen den Kulturen. Solche Brücken, getragen vom Heiligen Geist, der das Antlitz der Erde neu macht, kann jeder von uns bauen jeden Tag. Manchmal reicht schon ein Lächeln aus, denn das ist eine Weltsprache, die jeder von uns beherrscht.







