Auge - Malteser Impuls Juni 2010
Auge - Malteser Impuls Juni 2010

24. Juni, Johannes

Johannes schickt seine Jünger zu Jesus und lässt sie ihn fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ „Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht“, antwortet Jesus. „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“

In unserem Impuls zum Monat Juni lesen Sie, wo es für uns wie damals für die Jünger des Johannes heute etwas zu sehen gibt und was die Malteser Jugend mit dem Reich Gottes zu tun hat.

Johannes der Täufer ist ein Wegbereiter Jesu, ein Mann mit zahlreicher eigener Anhängerschaft, der jedoch die Größe hat, über sich selbst hinaus zu verweisen. Auf vielfältige Weise deutet er im Evangelium auf Jesus Christus hin; am aufschlussreichsten vielleicht dort, wo es indirekt geschieht, nämlich im Gefängnis. Er schickt seine Jünger zu Jesus und lässt sie ihn fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ Die Frage ist klar und einfach, aber so leicht will Jesus es den Jüngern des Täufers nicht machen. Sie sollen sich selbst ein Urteil bilden.

„Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht“, fordert er sie auf. „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“

Frühjahr 2009: Die Malteser Jugend Kaarst repariert den Fahrradfuhrpark einer integrativen Schule, die Malteser Jugend Köln verkauft Trödel um Geld für ihr Sudanprojekt einzunehmen, in Bergneustadt befreien die jugendlichen Malteser den Wald von Müll, in Ründeroth kaufen sie für alte Menschen ein, waschen ihnen das Auto und die Gardinen, übernehmen Botengänge … Alles Szenen der 72-Stunden-Aktion „Uns schickt der Himmel“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, an der sich die Malteser Jugend Erzbistum Köln tatkräftig beteiligte.

„Berichtet, was ihr hört und seht“, hätte man manch staunenden Passanten sagen können. Da, wo das Evangelium, die Botschaft vom Reich Gottes verkündet wird, da öffnen sich die Augen und Ohren, da werden gesellschaftliche Schranken überwunden, da kommt etwas in Bewegung. Was 72 Stunden lang im Focus einer bundesweiten Aktion verdichtet zu erleben war, findet täglich in vielen Orten des Erzbistums Köln statt, wo die Gruppen der Malteser Jugend aktiv Freizeit gestalten und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche umsetzen, sich als Malteser fortbilden und sich gemeinsam sozial engagieren.

Überall dort fängt das Reich Gottes an, oft im Kleinen, aber so klein auch wieder nicht, denn die Malteser Jugend im Erzbistum Köln wächst rapide und gründet laufend neue Ortsgruppen. „Geht und berichtet, was ihr seht und hört“, das scheint hier zu funktionieren. In einer Gesellschaft, in der junge Menschen öffentlich und medial sehr häufig negativ vorkommen, mit Gewalt und Kriminalität oder mit Benachteiligung und Verwahrlosung in Zusammenhang gebracht werden, setzen die Jugendlichen der Malteser Jugend ein optimistisches Zeichen. Obwohl die Verkürzung der Gymnasialzeit und die Ausdehnung der Ganztagsschule sowie die Reformen des Hochschulstudiums und der Druck auf dem Arbeitsmarkt die frei verfügbare Zeit heranwachsender Menschen immer stärker einschränken, kann die Malteser Jugend stetig mehr junge Leute gewinnen, die ehrenamtlich Verantwortung übernehmen. Als Gruppenleiter laden sie selbst wiederum Kinder und Jugendliche zum Mitmachen ein und geben ihnen die Chance, es den Jüngern des Johannes gleich zu tun: Zu hören und zu sehen, und davon zu berichten.

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