Kerzen - Impuls Dezember 2011
Kerzen - Impuls Dezember 2011

25. Dezember, Weihnachten

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ Mit diesen Worten deutet der Prophet Jesaja auf die Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus hin. Wer allein ist, erlebt gerade zur Weihnacht seine Einsamkeit als besonders dunkel. Eine Zeit, in der öfter als sonst der Malteser Hausnotruf ausgelöst wird.

In unserem Impuls zum Monat Dezember lesen Sie, warum Weihnachten gleichsam der Hausnotruf Gottes für die Menschen ist und was das mit der Fähigkeit zum Zuhören zu tun hat.

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ Mit diesen Worten deutet der Prophet Jesaja auf die Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus hin.

Es gibt verschiedene Theorien zu der Frage, wie es in der jungen Kirche des Altertums zur Festlegung des Weihnachtstermins kam. Eine These lautet, das Christentum habe das altrömische Fest des unbesiegbaren Sonnengottes Sol Invictus ersetzt, das am 25. Dezember als dem Tag der Wintersonnwende nach damaligem Kalender gefeiert wurde. Der Gedanke ist zumindest naheliegend. Unaufhaltsam werden die Tage im Herbst kürzer, spätestens nach der Umstellung auf die Winterzeit, zu der es dann in Deutschland bereits am späten Nachmittag zu dämmern beginnt, macht sich die wachsende Dunkelheit spürbar bemerkbar. Auch als heutige Menschen können wir eigentlich noch gut nachvollziehen, wie erleichtert man in der Antike gewesen sein musste, als sich die Ausweitung des Dunkels umkehrte, die Tage wieder länger zu werden begannen. Insofern passt es ganz gut, diesen Augenblick dem wahren Unbesiegbaren, der wahren Sonne zu widmen, Jesus Christus.

Die vielschichtige Symbolik des Lichts prägt wie kaum ein anderer Sinneseindruck den Advent und die Weihnachtszeit. Das Anzünden von Kerzen, ob auf dem Adventkranz oder am Weihnachtsbaum, wird dabei meistens als ein Erlebnis von Gemeinschaft erfahren, es ist die Zeit, in der die Familie zusammenrückt. Es ist aber auch die Zeit, in der Einsamkeit sich besonders schmerzhaft bemerkbar macht. Mitarbeiter des Malteser Hausnotrufs wissen, dass in dieser Zeit eine Zunahme von Notrufen zu verzeichnen ist, die einen eher „sozialen“ Charakter haben. Und die Mitarbeiter haben ein offenes Ohr für den Menschen am anderen Ende des kurzen Drahtes.

Der Hausnotruf macht Menschen erreichbar. Und etwas Ähnliches bedeutet Weihnachten für uns. Hier ist es Gott, der sich selbst erreichbar macht, der den kurzen Draht zu uns aufbaut und mitten unter uns gegenwärtig wird, indem er selber Mensch wird in Jesus Christus. Weihnachten ist damit so etwas wie der Hausnotruf der Menschheit selbst.

Auch heute haben wir Christen die Aufgabe, wie der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner es immer wieder betont, „Christus für die Menschen berührbar“ zu machen. Wie anders aber könnten wir das tun, als dass wir selber berührbar, erreichbar, ansprechbar werden für die Menschen um uns herum? Die Verkündigung des Glaubens ist keine Einbahnstraße, auf der einer spricht und ein anderer zuhört. Als Christen muss unser Sprechen damit beginnen, dass wir zunächst einmal überhaupt zuhören. Das gilt im Malteser Hausnotruf wie in vielen Diensten der Malteser, es gilt in unseren Gemeinden und Verbänden, bei der Arbeit, in der Freizeit, bei unseren Freunden und in unseren Familien.

Wenn wir im Konsumtrubel des Advent einmal den Lärm um uns ausblenden uns ganz genau hinhören, vielleicht vernehmen wir dann auch das Halleluja der Engel und lassen uns zur Krippe locken, denn Christus kommt auch heute noch tausendfach in dieser Welt an: in allen Menschen, die unsere Aufmerksamkeit gebrauchen können und unser offenes Ohr.

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