Weihnachtsbeleuchtung in der Kölner Innenstadt und verschwommene Menschen

Alle Jahre wieder ...

?Alle Jahre wieder kommt das Christus Kind? ? so beginnt ein bekanntes Weihnachtslied, welches uns seit Kindheitstagen sehr vertraut ist. Ein besonderes Fest steht uns Christen bevor ? und nicht nur vorweihnachtliche Texte und Lieder in der Liturgie stimmen uns ein. Lichterketten erhellen dunkle Straßen unserer Städte. In meiner Kindheit war es üblich, dass neben den erhellten Straßenzügen auch Schaufenster der Einkaufsläden geschmückt und besonders erhellt worden sind; mittlerweile gibt es unzählige private Haushalte, die ihre Wohnungen und Häuser mit ? mehr oder weniger geschmackvollen ? Lichterketten, erleuchteten Figuren und anderen Motiven erhellen, dass es für Stadtwerke und andere Stromerzeuger eine wahre Freude sein muss! In manchen Wohnstraßen bekommt man den Eindruck eines Wettbewerbes ? wer stellt das grellste, auffälligste Haus der Siedlung ? Ist es die Angst vor der Dunkelheit oder die Ergötzung am künstlichen Licht? Meine Frage lautet hier oft: Haben wir noch das Eigentliche des Weihnachtsfestes im Blick? Das Licht, welches uns durch die Geburt von Jesus Christus, die Geburt des Sohnes Gottes, geschenkt wird?

Freibäder und Spekulatius haben gemeinsam Saison

Ähnlich verhält es sich mit unserem Konsumverhalten. Wieder ein Blick in meine Kindheit ? die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: Wenn Lebkuchen und Spekulatius im Regal der Läden auftauchten, hatte ich eine Ahnung, wann das Weihnachtsfest ist ? in ungefähr 25 Tagen. Eine fantastische Zeit, um mit Eltern und Geschwistern den Advent zu feiern ? Sonntag für Sonntag leuchteten mehr Kerzen am Adventskranz. Meine kindliche Vorfreude auf das Weihnachtsfest konnte in einem überschaubaren Zeitraum wachsen.

Heute werden uns Spekulatius, Lebkuchen und andere Produkte, mit denen ich Weihnachten verbinde, bereits im September angeboten. Mancherorts haben dann sogar noch die Freibäder geöffnet ! Und in großen Kaufhäusern werden spätestens im Oktober ganze Abteilungen mit Produkten ausgestattet, die ausschließlich für Weihnachten bestimmt sind. Ganz zu schweigen von den ?Bemühungen? des Einzelhandels, den Ladenschluss immer mehr abzuschaffen. Konsum rund um die Uhr ? so lautet die Marschrichtung hier. Profitieren werden nur sehr Wenige ? unter Druck geraten Arbeitnehmer des Einzelhandels, ständig verfügbar zu sein. Möglichst natürlich bei gleich bleibendem Lohn. So haben wir das Ergebnis, dass immer mehr Familien kaum eine Chance der gemeinsamen Freizeitgestaltung haben ? weil Mama am Samstag und Sonntag im Kaufhaus steht und erst Montag frei bekommt. Aber da ist Papa im Büro und die Kinder in der Schule.

Ein Licht kommt in unsere Welt, welches kein Kraftwerk erzeugen kann

Weihnachten werden wir reich beschenkt ? mit der Geburt des Gottes-Sohnes. Ein Licht kommt in unsere Welt, welches kein Kraftwerk erzeugen kann, kein Einzelhandel uns verkaufen kann ? egal zu welchem Preis und zu welcher Uhrzeit. Es ist die sichtbare, anfassbare Zusage unseres Gottes: ?Habt keine Angst. Jesus Christus ist meine Zusage: Ich liebe Euch und bin bei Euch alle Zeit!?

Diese Erfahrung der sichtbaren, anfassbaren Zusage unseres Gottes erlebte ich in diesem Jahr besonders bei meiner Teilnahme an der Kevelaer-Wallfahrt der Malteser am 16.06.07 . Der vorbildliche Einsatz der beteiligten Malteser für alte und kranke Menschen hat mich begeistert.

Lassen wir uns an diesem Weihnachtsfest vom Herrn beschenken ? und tragen wir dieses Licht besonders zu den Menschen, welche die Nähe unseres Herrn besonders ersehnen. So wird Weihnachten zu dem, was ich als Kind lernen durfte: Das Fest der Liebe.

Torsten Hohmann, Diakon

Diakon Torsten Hohmann
Name: Diakon Torsten Hohmann
Funktion: Diakon im Seelsorgebereich Langenfeld-Süd
Jugendseelsorger
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