Rettungswagen

Der Retter

„Wer sein Leben retten will, wird es verlieren“ (Lk 9, 24)

Was wäre eine Christmette ohne „Stille Nacht, heilige Nacht“. In der dritten Strophe singen wir „Christ der Retter ist da“. Wie hört das der Malteser? Retten ist ja eine zentrale Aufgabe des Malteser Hilfsdienstes. Neben den vielfältigen sozialen Aufgaben und Tätigkeiten sind lebensrettende Maßnahmen, sei es am Unfallort, im Rahmen des Hausnotrufs, bei Sanitätseinsätzen besonders herausfordernder und existentieller Momente für den Patienten wie für den Helfer, der landläufig nicht ohne Grund auch „Retter“ genannt wird.

Ein Leben retten zu können, liegt oft nicht allein in der Macht des Menschen. Bei aller Fachlichkeit, die erforderlich ist, die richtigen medizinischen Maßnahmen zu treffen, weiß jeder „Retter“, wie sehr er selbst an die Grenzen kommen kann. Das Leben haben wir nicht einfach im Griff. Und manchmal kommt auch jede Rettung zu spät. Das sind für Betroffene furchtbare Erfahrungen.

„Wer sein Leben retten will, wird es verlieren“, sagt Jesus im Zusammenhang seines Wortes über die Kreuznachfolge (Lk 9, 24). Er meint hiermit, das krampfhafte Festhalten am Leben, das nicht loslassen Können aus der Verzweiflung heraus, das Leben und damit sich selbst zu verlieren. Das ist die Haltung des Menschen, der ohne Hoffnung ist.

Die weihnachtliche Botschaft schenkt uns diese Hoffnung und ruft sie in Erinnerung: „Christ der Retter ist da!“ Seine Lebensrettung geht über eine innerweltliche Rettung des irdischen Lebens hinaus. Er rettet unser Leben über den Tod hinaus, über den Tod hinweg. Mit seiner Menschwerdung beginnt seine Solidarität mit unserem menschlichen Leben bis in den Tod. Seine Auferstehung öffnet uns die Zukunft des ewigen Lebens.

So furchtbar die Erfolglosigkeit beim Rettungseinsatz ist, so sehr schenkt uns der wahre Retter Jesus Christus den Trost und die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass wir Menschen schon längst gerettet sind, dass er, Christus, uns Leben schenkt, Leben in Fülle. So formuliert der Titusbrief in geradezu weihnachtlich anmutender Weise: „Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet – nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens“ (Tit 3,5).

Msgr. Ulrich Hennes

Ulrich Hennes
Name: Msgr. Pfr. Ulrich Hennes
Funktion: Dechant und Malteser Stadtseelsorger in Hilden
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