Ein offenes Ohr
Herr, wann haben wir Dich hungrig gesehen und Dir zu essen gegeben...?
Jetzt dürften die letzten Wunden versorgt sein. Schade eigentlich.
Der Karneval ist vorbei.
Der Ruhrgebietler schaut immer sehr neidisch auf die Zustände in Köln. Wie ein Mekka oder besser Rom kommt einem Überzeugten das vor.
Und die Malteser mitten drin.
Kann es eine bessere Kombination geben?
Barmherzigkeit üben, das gilt in diesen Tagen wohl weniger den an Knochenbrüchen Leidenden, sondern eher denen, die in das berühmte Glas zu tief hineingeschaut haben.
"Kinder und Betrunkene sagen immer die Wahrheit". In diese Volksweisheit können ganz sicher die Helferinnen und Helfer einstimmen, die vor Ort bei den Zügen oder sonstigen Veranstaltungen eingesetzt waren. So manches Gespräch bekommt da oft einen religiösen, aber ganz sicher philosophischen Anstrich. Wenn dann plötzlich der Deckel zu dem geöffnet wurde, was nicht immer nach außen dringt oder dringen soll, dann sind es die Helferinnen Helfer, die direkt vor Ort da sind, denen dieses Vertrauen, wenn auch unterstützt durch den Konsum des Alkohols als Beschleuniger des Öffnungsprozesses, Vertrauen geschenkt wird. Natürlich ist es auch nicht immer ganz leicht, dann vernünftig über diese oder jene Sinnfrage zu sprechen. Aber das offene Ohr, verbunden mit den zur Hilfe bereiten Händen dürfte eine gute Konsequenz des "obsequium pauperum" (Hilfe den Bedürftigen) sein.
"Damals im Rosenmontagszug, Anfang Februar 2008!"
Die Fastenzeit ist dann ja auch gut, um die eigenen Erfahrungen zum Hintergrund dafür zu machen, über sich, über Gott und die Welt im wahrsten Sinne des Wortes, nachzudenken. Die Aufzählung Jesu aus dem Matthäusevangelium lässt sich da sicher erweitern, in der eine Identifizierung mit all den am Rande Stehenden vornimmt:
"Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben." (Mt 25, 35-36a)
Ich war hilflos im Karneval und ihr habt mir geholfen und mir zugehört.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: "Herr, wann haben wir Dich hungrig gesehen und Dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?" (Mt 25, 37)
Darauf wird der König ihnen antworten (Mt 25, 40a):
"Damals im Rosenmontagszug, Anfang Februar 2008.
"Amen, ich sage Euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40b)
Markus Pottbäcker
![]() |
|
Passend zum Impuls
Gotteslob 30, 1Herr und Gott, guter Vater im Himmel, Du hast mich gerufen, deine große Welt mit allem, was zu ihr gehört, mitzugestalten durch meine Arbeit. Ich danke dir für deinen Auftrag, für die [mehr...]








