Johannes der Täufer
Wegweiser zu Christus
Am 24. Juni gedenken wir Malteser der Geburt unseres Patrons Johannes der Täufer. Von ihm sagt Christus selbst: „ Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben“ (Mt. 11,11). Wer war dieser Johannes, der Sohn des jüdischen Priesters Zacharias und seiner Frau Elisabeth, den Herodes Antipas 30 Jahre nach der Geburt Christi enthaupten ließ, weil er dessen Lebenswandel öffentlich kritisiert hatte? Ein Kauz, Spinner, Exot, Eigenbrötler, Alternativer? Jedenfalls jemand, der in das Bild, die Verhaltensweisen und Gepflogenheiten der Zivilgesellschaft seiner Zeit nicht so recht passte.
Als Erwachsener zog er sich in die Einsamkeit der Wüste zurück, trug ein schlichtes Kamelhaar-Gewand, betete, fastete, verkündete dem Volk das Kommen des Erlösers, forderte Umkehr und Buße, um am Ende des irdischen Lebens vor Gottes Gericht bestehen zu können.
Das war radikal und für seine Zuhörer neu, gingen sie doch davon aus, als Juden von Abraham abstammend, sei ihnen nach dem Tode ewiges Heil auch ohne Reue und Buße sicher. Viele lehnten seine mahnenden Worte als übertrieben ab, anderen aber waren diese Anlass, ihre bisherige Lebensführung auf den Prüfstand zu stellen und im Sinne des Täufers zu ändern.
Für die Menschen von damals in Palästina mag das, was Johannes sagte, ja von Bedeutung und heilsam gewesen sein. Aber für uns moderne, aufgeklärte Zeitgenossen? Was soll das? Zugegeben, es gibt in jedem von uns – oft tief im Inneren verborgen – eine geistig-emotionale Sehnsucht nach etwas, das hoch über uns steht, das unerreichbar ist, das wir nicht (be-)greifen können. Dies können wir als eine Sehnsucht nach Gott deuten. Eben weil es so verschwommen, unklar und nicht definierbar in uns Menschen schwelt, suchen wir eine Lösung in weltlichen Dingen, hasten von einem Event zum anderen, finden keine Ruhe und nicht zu uns selbst. Konsum und nochmals Konsum und vieles andere sind zu Ersatzreligionen geworden.
Sich stattdessen an Johannes zu orientieren, könnte auch für uns Malteser ein heilsamer Weg sein, ein Weg, unserem Leben wieder Sinn zu geben. Genügsam zu leben, Gott zu loben, wenn wir am Morgen erwachen und Ihm am Abend zu danken, wenn das Tageswerk hinter uns liegt, es in Seine Hände auch dann zu legen, wenn nicht alles gelungen ist, zur Umkehr bereit zu sein, wenn ich mich gegenüber anderen Menschen falsch verhalten habe. Dies und anderes mehr ist es, was der Täufer auch heute von uns fordert. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir dem entsprechen, werden wir selbst die Erfahrung machen, dass das hilft, indem es uns zufrieden und glücklich macht. Und wir können dann am Ende unseres Lebens vertrauensvoll vor Gott treten. Mit IHM an der Freude Seiner himmlischen Herrlichkeit teilzuhaben, das ist unsere Hoffnung.
Heinz Himmels
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