Jesus begegnet seiner Mutter. Station des Ehreshovener Kreuzweges.
Jesus begegnet seiner Mutter. Station des Ehreshovener Kreuzweges.

Osteraugen

Nichts wird mir fehlen...

Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit,
in den Wunden bis zur Herrlichkeit,

im Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du
zu sehen vermögen.

Und dazu
alle österliche Kraft!
(Autor unbekannt)

Liebe Malteser und Freunde der Malteser!

Die Karwoche- und die Ostertage sind für uns Christen eine besondere Zeit. Sie erinnern uns an den Kreuzestod von Jesus vor 2000 Jahren und feiern zugleich, dass dieser Tod Ausdruck und Beweis bleibender Liebe Gottes ist. Wir glauben daran, dass diese Liebe sich als so kraftvoll gezeigt hat, dass sie jeden Menschen erreicht. und jeden Menschen sagen lässt "ja, mit Gottes Liebe kann ich mein Leben bejahen und in allem Gottes Nähe erkennen - wenn es mir gut und wenn es mir schlecht geht". "Weil Nähe zählt"

"Sie sahen, dass der Stein weggewälzt war", so heißt es im Bericht des Evangelisten Lukas über das Osterereignis. Wir können uns kaum vorstellen, wie groß das Erstaunen der Frauen war, die mit wohlriechenden Salben das Grab ihres Freundes Jesus aufsuchen wollten. Sie konnten nicht fassen, was passiert ist; denn sie hatten noch nicht begriffen, was es heißt "auferstanden".

Anders als die Frauen der Ostergeschichte ist es für uns eine Erleichterung, wenn ein Stein aus dem Weg geräumt ist - z.B. ein Stolperstein, wenn ein Stein vom Herzen fällt, ein Stein des Anstoßes! Aber wir alle kennen in unserem Leben Steine, die nicht fortgeräumt werden, die uns traurig machen, den Blick für das Schöne versperren und uns in Hoffnungslosigkeit versteinern lassen. Auch wir vergessen, was es heißt "auferstanden". Wir könnten erleichtert sein. Karfreitag und Ostern bieten uns eine Brücke. Die Last der Steine, die uns immer wieder mal niederdrückt, kann im Blick auf Gott leichter zu tragen sein. Der Bericht der Bibel lässt uns aufatmen. "Die Frauen", so heißt es weiter "erinnerten sich an das, was Er gesagt hatte". (Lk24,8)

"Fürchtet Euch nicht"
Karfreitag und Ostern können uns jedes Jahr und an jedem Tag von neuem erinnern, dass wir einen sicheren und verlässlichen Weg vor uns haben. Zwar kennen wir Abgründe, wir erleben Tiefschläge und Steine, die uns auf dem Weg liegen. Aber wir dürfen uns erinnern, dass Jesus sagt: "Fürchtet euch nicht".

Wir wünschen Ihnen "Osteraugen". Das hört sich komisch an. Es sind Augen des Herzens gemeint, die uns bis in den Himmel sehen lassen. Mit ihnen können wir erkennen: Gott will, dass wir kraftvoll zu unserem Leben JA sagen.

Er gibt uns das Vertrauen, dass Er uns in allem Kreuz und Leid und sogar im Tod ganz nahe ist und uns auferstehen lässt.

Wie die Frauen am Grabe können wir uns an sein Wort erinnern und unser Herz von Ihm anfüllen lassen. Mit seiner Zusage "fürchtet euch nicht" können wir getrost nach vorne auf unseren Weg schauen. Sicher werden wir Steine entdecken, die uns Sorgen machen, die uns ärgern, die uns Angst machen u.a. Aber wir dürfen uns erinnern: "Habt Vertrauen, fürchtet Euch nicht" (Mk.6,50).

"Nichts wird mir fehlen.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang."
(Psalm 23)
Nichts wird fehlen, was wir zum wirklichen, zum ewigen Leben brauchen. Vielleicht können die Ostertage Ihnen helfen, dass sich diese optimistische Stimmung breit macht.

Wir Malteser wünschen Ihnen, dass Sie die Brücke, die Gott uns baut, erkennen und mit Zuversicht betreten. Mit "Osteraugen" kann es geschehen, dass Sie in den unvermeidlichen Steinen in Ihrem Leben vielleicht Quellen des Glücks erkennen - in den Wunden bis zur Herrlichkeit.

Gesegnete Karwoche und frohe Ostern wünschen Ihnen Ihre Malteser!

Elisabeth und Wilderich v. Spies

Konzept & Design: qpoint - Contentmanagement und Programmierung: BOOS:DV