Dämon

"Du kannst Dich begraben lassen!"

1. Wir lesen und hören Gottes Wort an uns:
Sie kamen an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln…niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen.Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut:„Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht…“
Jesus fragte ihn: „Wie heißt du?“ – Er antwortete: „Mein Name ist Legion; denn wir sind viele.“ Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen.
Nun weidete dort an einem Berghang eine große Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: „Lass uns doch in die Schweineherde hineinfahren!“ – Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere und alle ertranken.
Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann…Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten sie sich.
(Markus 5, 1-15)

2. Wir betrachten unser Leben
Wir begegnen immer wieder Menschen, die an der Grenze ihres Lebens stehen. Wenn wir es zulassen! Zufällig. Geplant, durch die Bereitschaft, für sie da zu sein. Ohne gefragt zu werden, wenn Menschen in unserer Umgebung sich auf den Weg des Sterbens machen. Auch, wenn wir selbst fallen, und sehen müssen, wie es jetzt weitergeht…

„Du kannst dich begraben lassen!“ Vermeintliche Stimme im Inneren. Gefühlte oder erlebte Worte um mich herum. Schmerzend nehmen sie mein Ich auseinander.
Wer bin ich denn?!  -  Werden wir auf die Frage Christi antworten: „Herr, ich bin so zerrissen wie die ungeschlagenen Kräfte einer Legion. Ich bin heute der und morgen ein anderer. Es durchfährt mich von allen Seiten. -  Wie soll das bloß weitergehen?“
Gnadenlos zerren die Gewalten einer Krankheit die Persönlichkeit eines Menschen hin und her, entfremden ihn, verbrauchen seine letzten Kräfte.
Zerstörerisches, Qualvolles dämonisiert Leib und Seele.

Wir trauen Christus zu, dass er Vollmacht hat über unsere Dämonen.
An der Grenze spätestens bewährt sich, ob wir wirklich auf Ihn vertrauen.
Unser Ich ist gefragt von ihm! Wir sind angesehen, persönlich, ganz!
Durch alles hindurch.
Er bringt uns an neue Ufer. Über  alle Angst und Sorge hinaus ruft er uns. auf ihn zu vertrauen.
Das lässt Dämonen, die das Ich erdrücken, ungezügelt zu Grunde gehen..
Unsere Person bleibt…vor Ihm, Christus. Er bringt uns nicht um den Verstand, im Gegenteil, er stiftet in uns neu Wagnis, Klarheit und Sehnsucht. Und in allem Liebe!
Das bewegt.   

3. Wir beten
Herr Jesu Christus,
wir sagen „Du“ zu dir, denn wir vertrauen auf deine Nähe.
Du bist da in den Höhen und Niederungen unserer Tage.
Du kennst unser Wesen. Du rufst uns beim Namen und meinst uns ganz.

Hilf uns, wenn uns die Worte fehlen, wenn wir sprachlos sind im Angesicht des Leids.
Wirke du in uns ein Gespür für das, was Menschen brauchen.
Gib uns Worte, die aussprechen, was frei macht und weiterhilft.
Bereite uns für das, was jetzt  die Not wendet.

Du bist der Lebendige,  du der Gekreuzigte, du der Auferstandene.
Du trägst das verlorene Paradies in deinem Herzen.
Du wirkst  in uns Menschen wunderbare Liebe.
Du heilst Wunden.
Du schenkst uns Namen göttlicher Liebe.
Wir preisen dich, lebensschaffender Heiland.
Amen.

Pfr. Karl-Josef Schurf

Karl-Josef Schurf
Name: Pfr. Karl-Josef Schurf
Funktion: Pfarrer von St. Nikolaus und St. Karl Borromäus, wo die Malteser Hospizgruppe sinnan ihren Sitz hat
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