Kreuz

Tuitio fidei et obsequium pauperum

Hilfe den Bedürftigen und Bezeugung des Glaubens

In einer Zeit, in der die Sorge um Kranke und Benachteiligte kein christliches Monopol mehr darstellt, ist es für die Malteser umso wichtiger, Profil zu gewinnen und zu zeigen. Was sie besonders kennzeichnet, formuliert ihr Wahlspruch kurz und prägnant: „Tuitio fidei et obsequium pauperum“.

Die Bedeutung der „tuitio fidei“ hat uns zuletzt der große Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ad tuendam fidem von 1998 wieder vor Augen gestellt: Es geht um den „Schutz des Glaubens der katholischen Kirche gegenüber den Irrtümern, die bei einigen Gläubigen auftreten“ (Einleitung). Gerade auf dem Hintergrund der großen Malteser-Geschichte zeigt sich, dass hier mehr gemeint ist als eine bloße „Bezeugung des Glaubens“, die ja jedem Christen unterschiedslos aufgetragen ist. Es geht vielmehr um Schutz, Verteidigung! Heutige Malteser greifen dafür nicht mehr zur Waffenrüstung wie einst die Kreuzritter. Sie sind aber gut beraten, den „Schild des Glaubens“ zu nehmen, dazu den „Helm des Heils“ aufzusetzen und mit dem „Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes“ zu kämpfen (vgl. Epheserbrief 6,16-17). Ich würde mir wünschen, dass auch die nichtadeligen Malteser wieder mehr zu Rittern würden: zu Kämpfern für den Glauben in Wort und Tat, deren Einsatz ihre Mitmenschen nicht verletzt, sondern aufrichtet und ermutigt.

Auch der zweite Teil des Leitsatzes verdient einen zweiten, genaueren Blick: Jeder Sozialstaat, jede humanitäre Organisation – auch die säkulare - gewährt „Hilfe den Bedürftigen“. Malteser dagegen praktizieren das „obsequium pauperum“, demütige Hingabe an die Armen, weil sie in den Benachteiligten – insbesondere in den „Herren Kranken“ - niemand anderen erblicken als den Herrn Jesus Christus selbst. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Matthäusevangelium 25,40): Malteser haben die einmalige Chance, diesen Satz allein schon durch ihren Einsatz glaubwürdig zu verkündigen!

+ Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof von Köln

Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
Name: Joachim Kardinal Meisner
Funktion: Erzbischof von Köln, Mitglied des Malteserordens und Schirmherr der Malteser Migranten Medizin
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Maltesergebet

(sprachlich leicht korrigierte Fassung)
Herr Jesus Christus, Du hast mich aus Gnade berufen, Dir als Malteser zu dienen. Demütig bitte ich Dich: Lass auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria von Philermos, des heiligen Johannes [mehr...]
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