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Malteser in der Erzdiözese Köln

Rhein-Sieg: Szenario "Herbststurm" – Malteser üben im Siebengebirge für den Notfall

Ein Herbststurm ist über NRW gezogen und hat Chaos und Verwüstung hinterlassen. Es gibt Verletzte und Vermisste, Menschen müssen behelfsmäßig untergebracht und betreut werden. Versorgungsleitungen sind beschädigt, die Kommunikationseinrichtungen nur noch eingeschränkt verfügbar - das war die gedachte Ausgangslage einer groß angelegten Einsatzübung der Malteser am vergangenen Wochenende in Königswinter-Ittenbach, bei sowohl die Helfer des Sanitäts- und Betreuungsdienstes als auch die technische Hilfeleistung auf die Probe gestellt wurden.

24.11.2014
Die Malteser im Übungseinsatz. Foto: Martin Scheffler/MHD
Die Malteser im Übungseinsatz. Foto: Martin Scheffler/MHD

Der Siebengebirgsort Ittenbach war Schauplatz der bislang größten Einsatzübung der Einsatzeinheit BRK-06 des Malteser-Hilfsdienstes im Rhein-Sieg-Kreis. Die Einsatzeinheit unter der Führung der Bad Honnefer Malteser ist über die Standorte Bad Honnef, Hennef, Meckenheim und Siegburg verteilt. 33 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen mussten zehn Stunden lang 14 Einzelszenarien bewältigen, die in ein großes Gesamtszenario eingebettet waren, das von der neunköpfigen Übungsleitung erdacht worden war und unter Leitung von Zugführer Florian Papke umgesetzt wurde.

Eine Notunterkunft richteten die Helfer des Betreuungsdienstes ein und übten dort das Registrieren und Betreuen von Notfallbetroffenen. Für die Verpflegung von Helfern und Hilfsbedürftigen sorgte der Verpflegungstrupp der Einsatzeinheit. Die Koordination der verschiedenen Aufgaben und Dienste oblag den Zugtruppführern Christian Büsch und Cornelius Dirk.

Für den nötigen Realismus der sanitätsdienstlichen Übungsteile sorgten 15 Notfalldarsteller. Sie stellten etwa Spaziergänger dar, die im Sturm von herabfallenden Ästen verletzt wurden. Auch andere in Not geratene Personen wurden in weiteren Szenarien dargestellt - das Repertoire reichte vom Stromunfall bis zur akuten Unterzuckerung. Dass auch Helfer zu Patienten werden können, erfuhren die Malteser-Einsatzkräfte spätestens im letzten Übungsdurchgang, als ihnen die Übungsleiter die Explosion der Heizungsanlage in ihrer Notunterkunft "präsentierten" - mit reichlich Qualm aus der Nebelmaschine. Eine besondere Herausforderung für die Nachwuchsführungskräfte: auch Zugführer Christian Büsch ist unter den Verletzten und muss kurzfristig durch einen nachrückenden Unterführer ersetzt werden.

"Einen Tag lang haben wir unsere Helfer ganz gezielt mit Herausforderungen und Praxisschocks konfrontiert", sagt Übungsleiter Florian Papke. "Ziel der Übung war es, die Leistungsfähigkeit der Einheit einer Belastungsprobe zu unterstellen." Gemäß den Konzepten des Katastrophenschutzes sollen Einsatzeinheiten für einige Zeit autark funktionieren. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Verwendung der Kommunikationsmittel des Katastrophenschutzes, insbesondere des neu eingeführten Digitalfunks. Außerdem galt es, das Zusammenwirken der Helfer verschiedener Fachdienste zu trainieren, die sonst an verschiedenen Standorten ihren Dienst tun. Jeder Helfer, jede Führungskraft und auch die Einheit als Ganzes erhielt so eine Rückmeldung und Hinweise auf Verbesserungspotentiale.

Bei Ihrer Übung konnten die Malteser auf viel Unterstützung zurückgreifen. Die Verletztendarsteller wurden von der Pfadfinderschaft Sankt Georg und dem Schulsanitätsdienst des CJD-Gymnasiums in Königswinter gestellt. Die Pfarreiengemeinschaft Königswinter am Oelberg stellte ein leerstehendes Haus als Übungsort zur Verfügung.

Die von den Honnefer Maltesern geführte Einsatzeinheit "BRK06" ist eine von zwei Einsatzeinheiten der Malteser im Rhein-Sieg-Kreis. Sie untersteht direkt der Kölner Bezirksregierung. Die Einsatzeinheit umfasst rund 30 Einsatzkräfte, einen Arzt und einen Zugführer, die alle ehrenamtlich tätig sind. Neben Sanitätern gehören der Einheit auch Betreuungshelfer an. Sie verfügen über Geräte und Material, um eine große Zahl von Menschen zu verpflegen und ihre vorübergehende Unterbringung sicherzustellen. Zu den Aufgaben des Betreuungsdienstes gehören auch die Mitwirkung bei der Registrierung von Betroffenen und die Versorgung der Einsatzkräfte.

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