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Malteser in der Erzdiözese Köln

Bad Honnef: Hilfsorganisationen übten „Hand in Hand“

Mit einer gemeinsamen Jahresabschlussübung auf der Insel Grafenwerth haben die Bad Honnefer Gruppen von Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk ihren Nachwuchs trainiert und das reibungslose Zusammenspiel über Organisations- und Fachdienstgrenzen hinweg erprobt.

28.11.2014
Die Bad Honnefer Hilfsorganisationen im Übungseinsatz. Fotos: Jakob Waßmann/DRK
Die Bad Honnefer Hilfsorganisationen im Übungseinsatz. Fotos: Jakob Waßmann/DRK

Ungewöhnlich lebhaft ging es am 27. November auf der Rheininsel Grafenwerth zu: Hilferufe waren zu hören, Blaulicht blitzte in der Dunkelheit auf, Motorenlärm brummte tief, wo sonst allenfalls noch ein einsamer Jogger unermüdlich eine späte Runde dreht oder ein treues Herrchen dem Wetter zum Trotz den Lieblingshund Gassi führt. Man brauchte schon Phantasie, um sich ein rauschendes Volksfest vorzustellen, das als Übungsszenario für die Notfalllage „Explosion im Imbissstand“ diente.

Ein Bild des Schreckens

An Ort und Stelle treffen die Helfer auf zahlreiche Verletzte – die einen rennen ihnen schreiend entgegen, Verbrennungen im Gesicht, andere liegen leblos am Boden. Mittendrin ein umgestürzter Anhänger, der zwei Menschen halb unter sich begraben hat. Ein Bild des Schreckens also, doch dafür haben die Helfer keine Zeit: Das Technische Hilfswerk ist zuerst an der Unfallstelle, verschafft sich einen ersten Überblick und beginnt, Licht für die nachrückenden Sanitätskräfte aufzubauen. Ein erster Rettungswagen des DRK trifft ein, dann folgen Notfallkrankenwagen, schließlich der Gerätewagen Sanitätsdienst der Malteser – randvoll mit Material für alle (Not-) Fälle und besetzt mit Menschen, die es einsetzen wollen.

Rund 20 Verletzte gilt es zu entdecken, zu sichten, zu versorgen und schließlich abzutransportieren. Unter der Leitung des Organisatorischen Leiters Mario Engels wird die Einsatzstelle langsam aber sicher geordnet. Die Helfer richten eine Patientenablage ein, an der der später eintreffende Notarzt die Sichtung der Verletzten übernimmt und weitere Maßnahmen anordnet. Jeder Patient erhält eine Umhängemappe mit Daten zu seinem Zustand und farbigen Zetteln, die seine ärztlich angeordnete Behandlungspriorität anzeigt: rot für sofortige Behandlung, gelb für später zu versorgende Schwerverletzte, grün für „leicht verletzt, hat Zeit“. Für die Sanitäter bedeutet das Dauerstress: Sie reanimieren, beruhigen und verpflastern ihre Patienten, messen Blutdruck, Pulsfrequenz und andere wichtige Vitaldaten.

Nudeln mit Bolognese-Sauce kamen an

Parallel bereiten die Helfer des Betreuungsdienstes als Teil der Übung die Helferverpflegung vor, die später im DRK-Haus an der Austraße gereicht wird: Neben Kaltgetränken und Kaffee gibt es Nudeln mit Bolognese-Sauce – mit neuen Zutaten, die ihren ersten Test mit Bravour bestehen. Nach dem Übungsende und nachdem Material und Fahrzeuge wieder einsatzbereit verstaut worden sind, essen Helfer und Verletztendarsteller von Maltesern, Jugendrotkreuz und KJG Selhof – teils noch mit den Resten ihrer geschminkten Verletzungen im Gesicht – Seite an Seite mit Genuss, was für sie zubereitet worden ist.

Zum Einsatz kamen vor allem Nachwuchskräfte, die frisch geschult zwar fachlich auf der Höhe sind, aber noch praktische Erfahrung sammeln müssen. Unter den strengen Augen der Übungsbeobachter mit ihren Klemmbrettern galt es zu zeigen, was sie gelernt haben – als Führungskräfte, als Sanitäter, als technische Helfer. Ein weiteres Übungsziel war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen untereinander zu trainieren – „Damit wir uns nicht erst im Realeinsatz kennenlernen, üben wir das hier“, sagt Jakob Waßmann vom DRK Bad Honnef, der die Übung konzipiert hatte. „Im Notfall müssen die Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiten, damit es keine Reibungsverluste gibt.

Kritik auf hohem Niveau

Quasi „zum Nachtisch“ präsentiert Übungsbeobachter Sven Champion den Helfern die Manöverkritik. Er zeigt auf, wo es Schwächen im Ablauf gab, was noch verbesserungswürdig ist. Manches muss künftig schneller gehen, Funktionsträger besser erkennbar werden, indem sie die vorgesehenen Westen tragen. Die Fahrzeuge sollen so abgestellt werden, dass nachrückende Kräfte auch noch Platz finden. Es ist Kritik auf hohem Niveau, und so fällt sein Fazit versöhnlich aus: „Die Übung verlief sehr harmonisch, im Großen und Ganzen hat alles super geklappt!“ Schon jetzt steht fest: Im kommenden Jahr wollen die Hilfsorganisationen wieder gemeinsam üben.

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