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Malteser in der Erzdiözese Köln

Meckenheim: Für den Ernstfall vorbereitet – Praxis beim Schulsanitätsdiensttag

30.03.2015
Eine Aufgabe der Schulsanitäter: Versorgung einer Schülerin, die die Treppe heruntergestürzt ist. Foto: Malteser Meckenheim
Eine Aufgabe der Schulsanitäter: Versorgung einer Schülerin, die die Treppe heruntergestürzt ist. Foto: Malteser Meckenheim

Laute Schreie hallen durch das Atrium des Konrad-Adenauer-Gymnasiums: Katharina (19) liegt am Boden, ihr Arm trägt eine blutende Wunde, sie hat Schmerzen. Ein paar Meter weiter liegt Samira (18) am Treppenabsatz. Sie ist in Eile auf der Treppe gestolpert und einige Stufen heruntergefallen.  Zwei "blaue Augen" und eine große Wunde an der Stirn zeugen von ihrem Sturz. Samira selbst ist kaum ansprechbar, kann sich an nichts erinnern. Was aussieht wie schwere Verletzungen ist zum Glück nur Schminke und Kunstblut. Katharina und Samira sind Verletztendarsteller, die Notfälle simulieren. Beides gehört zum Praxisteil des Malteser-Schulsanitätsdiensttages.


Gut 80 Schulsanitäter sind an den drei Schulen im Meckenheimer Schulcampus und dem Städtischen Gymnasium Rheinbach aktiv, stehen während des Unterrichts, in den Pausen und bei Veranstaltungen bereit, verletzten oder erkrankten Mitschülern oder Lehrern qualifiziert zu helfen. Dazu sind sie an vier Wochenenden durch die Malteser aus Meckenheim ausgebildet worden.

Das Wissen im Notfall anwenden

Am 28. März 2015 sind 30 Schulsanitäter ins Konrad-Adenauer-Gymnasium gekommen, um bereits Erlerntes zu vertiefen und Neues zu erfahren. Am Vormittag wurde theoretisches Wissen in verschiedenen Workshops aufgefrischt und erweitert. Nach einer kleinen Stärkung stand am Nachmittag Praxis auf dem Programm: In fünf "schultypischen" Fallbeispielen lernen die zum Teil erst frisch ausgebildeten Schulsanitäter, ihr Wissen im Notfall anzuwenden: Beim Basketball hat Vanessa sich den Fuß umgeknickt, der ist nun dick geschwollen und das Gelenk blau verfärbt. Valeria hat beim Schulsport zu wenig getrunken und sitzt nun mit hochrotem Kopf an die Wand gelehnt, ihr ist schwindelig. Luisa und Kira haben bei einer Schulparty zu viel Alkohol getrunken und sind nun über einen Jungen aneinandergeraten. Dazu kommen noch Katharina und Samira mit ihren Unfällen.

Jeweils zu dritt kümmern sich die Schulsanitäter um die Betroffenen, müssen die richtigen Fragen stellen, Gelenke ruhigstellen, Wunden versorgen und den Rettungsdienst verständigen. Wiktoria (14), Schulsanitäterin an der Theodor-Heuss-Realschule, ist erst seit kurzem dabei und muss beim Anblick des Kunstblutes erst mal tief durchatmen. "Für mich ist es das erste Mal, dass ich eine solche Wunde sehe. Auch wenn sie nur geschminkt ist, sieht das wirklich echt aus", sagt sie. "Aber in der Schule kann ich ja auch nicht weggehen, so kann ich mich darauf vorbereiten." Am Ende jedes Fallbeispiels steht eine Auswertung: Was war gut, was kann man besser machen. "Das ist wichtig, denn zum Glück passiert ja in der Schule nur selten etwas wirklich schlimmes, aber dann müssen wir natürlich richtig reagieren können. Das können wir hier üben und bekommen wichtige Tipps", berichtet Felix (16) vom städtischen Gymnasium Rheinbach.

Mitverantwortung und Freude am Helfen

Paula Kampschulte, Koordinatorin der Schulsanitätsdienste bei den Maltesern in Meckenheim ist am Ende des Tages positiv gestimmt: "An unseren Schulen muss niemand Angst haben. Falls etwas passiert, sind unsere Schulsanitäter da und wissen, was zu tun ist." Es sei außerdem wichtig, dass die Jugendlichen mit dieser Aufgabe Mitverantwortung für die Schulgemeinschaft übernehmen und Freude daran haben, anderen zu helfen. "Alle Schulsanitäter sind natürlich auch herzlich eingeladen, zu unseren Gruppenstunden zu kommen oder bei unseren Einsätzen Praxisluft zu schnuppern."

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