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Malteser in der Erzdiözese Köln

Bad Honnef: Malteser schulen Flüchtlinge in Erster Hilfe

Die Bad Honnefer Malteser haben als eine der ersten Malteser Gliederungen überhaupt am vergangenen Wochenende ihren ersten Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge durchgeführt.

03.11.2015
Die Bad Honnefer Malteser haben als eine der ersten Malteser Gliederungen überhaupt einen ersten Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge durchgeführt. Fotos: Christian Adams und Andreas Archut/MHD.
Die Bad Honnefer Malteser haben als eine der ersten Malteser Gliederungen überhaupt einen ersten Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge durchgeführt. Fotos: Christian Adams und Andreas Archut/MHD.

Insgesamt 16 Flüchtlinge nahmen teil, die derzeit in Bad Honnef und Königswinter einquartiert sind. Die meisten Teilnehmer kommen aus Syrien, aber auch aus Eritrea, dem Kosovo und Pakistan. In zwei Tagen bewältigten die Malteser und ihre Gäste das für reguläre Erste-Hilfe-Kurse vorgesehene Unterrichtspensum. Lehrgangssprache war Englisch.

Der Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut leitete den Lehrgang persönlich und wurde dabei von weiteren Malteserhelfern tatkräftig unterstützt. Es war auch für ihn eine Premiere: „Ich bin zwar schon seit einem Vierteljahrhundert Erste-Hilfe-Ausbilder, aber die Gelegenheit zu einem Kurs komplett auf Englisch hatte ich noch nicht.“ Die Verständigung klappte gut, da Englischkenntnisse Voraussetzung für die Teilnahme waren. „Wo es mal an einzelnen Vokabeln haperte, haben wir uns gegenseitig geholfen. Aber das gesprochene Wort stand eh nicht im Mittelpunkt, sondern die Praxis.“ Mit viel Elan und Eifer ließen sich die Neuankömmlinge auf Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Druckverband ein. Archut erzählt: „Die einen sogen wissbegierig neues Wissen auf, die anderen konnten solide Vorkenntnisse einbringen. Ein Teilnehmer etwa war vor seiner Flucht Flugbegleiter gewesen und hatte regelmäßig an Schulungen teilgenommen.“

Neben der Ersten Hilfe hatten die Malteser für ein weiteres Extra in diesem Lehrgang gesorgt: Am zweiten Kurstag bekam die Gruppe Besuch von der freiwilligen Feuerwehr: Hauptbrandmeister Stefan Krahe und zwei weitere Wehrleute der Löscheinheit Rhöndorf hatten einen Brandsimulator mitgebracht, an dem die Teilnehmer das Löschen mit dem Feuerlöscher üben konnten. Sie informierten die Teilnehmer über die verschiedenen Löschmittel und ihren Einsatzbereich.

Ein Experiment, das auf ganzer Linie geglückt ist

In zwei Tagen kam man sich auch menschlich näher: „Es ist schon bemerkenswert, wie das gemeinsame Ziel die Gruppe zusammengeschweißt hat“, erzählt Archut. Als der Kurs am Sonntagnachmittag zu Ende geht und die neuen Ersthelfer ihre Teilnehmerurkunden erhalten, sieht man Stolz und Freude in allen Gesichtern. Dr. Archut sagt: „Für uns alle war der Kurs ein Experiment, das auf ganzer Linie geglückt ist! Wir haben über alle sprachlichen und kulturellen Barrieren hinweg geschafft, etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen. Wichtig war dabei, dass sich die Flüchtlinge als handelnde Akteure erleben.“

Nun wollen die Malteser auf den Erfahrungen des Wochenendes aufbauen. „Wir sind schon mit einigen Teilnehmern im Gespräch, die sich bei uns weiter fortbilden und engagieren möchten“, berichtet Archut. „Dabei werden wir sie nach Kräften unterstützen.“ Möglicherweise werden die Malteser bald willkommene Verstärkung in ihren Reihen bekommen.

Idee entstand beim Willkommensfest

Die Idee, einen Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge durchzuführen, entstand beim Willkommensfest für Flüchtlinge im Honnefer Stadtteil Rhöndorf Anfang Oktober, erzählt Dr. Archut. „Bei dem Fest hatten wir den ‚Shuttleservice‘ und den Sanitätsdienst übernommen. Damals überlegten alle, was man noch so für Flüchtlinge anbieten könnte. Ich habe die Kursidee dann mit einigen Gästen besprochen, und die waren alle begeistert.“ Tatsächlich war es nicht schwer, die Teilnehmer für den Kurs zusammen zu bekommen. Die Malteser verteilten noch beim Fest Handzettel und verbreiteten einen Aufruf über die Kommunen und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer im Siebengebirge. Archut erzählt: „Die Stadt Königswinter rührte sich als erste und meldete gleich zwei bis drei Teilnehmer pro Flüchtlingsunterkunft an – eine sehr gute Idee, wie ich finde.“

Auch das Bad Honnefer Aalkönigskomitee war gleich begeistert von der Idee eines Kurses für die Flüchtlinge und sagte die Übernahme der entstehenden Kosten zu. Dr. Archut sagt: „Für diese Unterstützung sind wir dem Komitee dankbar. In den letzten Tagen haben sich weitere potentielle Förderer gemeldet, die unsere Aktivitäten unterstützen wollen.“ Die Malteser werden den eingeschlagenen Weg also weitergehen. Archut plant im Januar den nächsten Kurs zu veranstalten.

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