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Malteser in der Erzdiözese Köln

Köln: Malteser Krankenhaus St. Hildegardis erhält Rudi Assauer-Preis

Die nach dem ehemaligen Bundesliga-Fußballer und Schalke-Manager benannte „Rudi Assauer Initiative Demenz und Gesellschaft“ verleiht jährlich den „Rudi Assauer-Preis“ für besonders vorbildliche und wegweisende Projekte. In diesem Jahr geht der erst Platz gleich doppelt nach Köln: Das Malteser Krankenhaus St. Hildegardis belegte mit der „Station Silvia“ Platz 1. Ebenfalls auf Rang 1 sah die Jury das Engagement des Kölner Pfarrers Franz Meurer.

19.12.2015
Vor dem Bild des Namensgebers nahm das Team des Malteser Krankenhauses St. Hildegardis den Rudi Assauer-Preis von Laudator Wilfried Jacobs (rechts) und Schalkes Ehrenpräsident Gerd Rehberg (2. v. l.) entgegen: Karl-Ferdinand von Fürstenberg (Kaufmännischer Direktor), Dr. Jochen Hoffmann (Chefarzt), Bernfried Nadrwoski (Pflegedienstleiter), Rebekkas Kleinpaß (Stationsleiterin) und Walter Bors (Geschäftsführer) (v.l.).
Vor dem Bild des Namensgebers nahm das Team des Malteser Krankenhauses St. Hildegardis den Rudi Assauer-Preis von Laudator Wilfried Jacobs (rechts) und Schalkes Ehrenpräsident Gerd Rehberg (2. v. l.) entgegen: Karl-Ferdinand von Fürstenberg (Kaufmännischer Direktor), Dr. Jochen Hoffmann (Chefarzt), Bernfried Nadrwoski (Pflegedienstleiter), Rebekkas Kleinpaß (Stationsleiterin) und Walter Bors (Geschäftsführer) (v.l.).

Ausgezeichnet werden Initiativen und Organisationen, die mit innovativen Ideen die Versorgung von Menschen mit Demenz verbessern. Die Station Silvia im Malteser Krankenhaus St. Hildegardis wurde im Jahr 2009 als eine der ersten auf die Versorgung von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz spezialisierten Stationen in Deutschland eröffnet. In Köln war sie die erste Station, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet ist. Das Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Alltagsbegleitern auf der Station mit 8 Betten arbeitet nach dem Silviahemmet-Konzept, einer in Schweden entwickelten Pflegephilosophie. Die von der schwedischen Königin Silvia ins Leben gerufene Silviahemmet Stiftung hat diese Philosophie entwickelt – das Malteser Krankenhaus St. Hildegardis „importierte“ das Konzept als erste Einrichtung nach Deutschland.

„Die Abläufe und die Organisation der Station richten sich nach den Patienten – statt zu erwarten, dass die Patienten sich dem Krankenhaus anpassen“, erklärt Dr. Jochen Hoffmann, Chefarzt der Geriatrie und Leiter des Zentrums für Altersmedizin am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis, den Grundsatz von „Silviahemmet“. Neben einem demenzfreundlichen Farb- und Raumkonzept gehören dazu ein spezieller Tagesablauf, die Betreuung durch Alltagsbegleiter und die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Patientinnen und Patienten. „Auf der Station Silvia nehmen wir Menschen auf, die wegen einer akuten Erkrankung oder Verletzung, beispielsweise eines Knochenbruchs oder einer internistischen Erkrankung, ins Krankenhaus kommen, zusätzlich aber eine dementielle Erkrankung haben“, erklärt Hoffmann. „So sorgen wir dafür, dass die Patienten mit Demenz, für die ein Krankenhausaufenthalt normalerweise eine große Belastung ist, die Betreuung und Behandlung bekommen, die sie brauchen“.

Dieses Konzept zeichnete die Rudi Assauer Initiative nun mit dem gleichnamigen Preis aus. Laudator Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg a.D. und Geschäftsführer des Gemeinnützigen IPOV Institutes, würdigte die Station als „Einrichtung mit vorbildlichem Charakter“ und ergänzte: „Hier werden Angehörige und Demenzkranke bestens betreut. Es ist alles da, dass es Patienten gut geht.“

Stolz auf die Teamleistung

Entsprechend groß war die Freude bei den Preisträgern: Chefarzt Dr. Jochen Hoffmann, Stationsleiterin Rebekka Kleinpaß, Geschäftsführer Walter Bors, Kaufmännischer Direktor Karl-Ferdinand von Fürstenberg und Pflegedienstleiter Bernfried Nadrowski nahmen den Preis am 17. Dezember in der Gelsenkirchener Veltins Arena entgegen. „Wir sind sehr stolz über diese Auszeichnung“, bedankte sich Krankenhaus-Geschäftsführer Walter Bors bei der Jury. Stationsleiterin Rebekka Kleinpaß fügte hinzu: „Die Station Silvia ist eine Teamleistung – deswegen geht der Preis an unser gesamtes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Alltagsbegleitern – und darüber bin ich sehr glücklich!“ Und Chefarzt Hoffmann stellte zwei Erfolge der seit 2009 angewandten Pflegephilosophie vor: „Auf unserer Station Silvia konnten wir die Anzahl von Fixierungen auf Null setzen – das ist sehr außergewöhnlich für Menschen mit Demenz im Krankenhaus! Außerdem schaffen wir es nachweislich, dass die Alltagsfähigkeiten der von uns betreuten Patienten nicht nur gehalten, sondern sogar verbessert werden. Auch dass ich etwas Besonderes.“

Pläne für die Zukunft: Hilfsmittel zur Orientierung und eine Memory Clinic


Neben der Ehrung der Leistung des Teams bringt der 1. Platz zusätzlich einen kleinen Geldregen für die Station Silvia: Der 1. Platz des Rudi Aussauer-Preises ist mit 2000 Euro dotiert. Dieses Geld will das Team nun einsetzen, um mit großen Bahnhofsuhren und „Ewigen Kalendern“ die Orientierung für die Patienten der Station Silvia noch weiter zu erleichtern. Außerdem plant das Krankenhaus die Einrichtung einer „Memory Clinic“, einem Zentrum zur Früherkennung von demenziellen Erkrankungen – das Preisgeld wird auch hier einfließen.

Weitere Informationen

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