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Malteser in der Erzdiözese Köln

Heute ist Weltflüchtlingstag: Hinter jedem Menschen eine Geschichte

Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Naturkatastrophen und Epidemien wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Meist retten die Menschen nur ihr Leben, manchmal schaffen sie es, einige Habseligkeiten mitzunehmen. Aber was ist ihnen so wichtig, dass sie es tausende Kilometer bis in ihre neue Heimat mit sich tragen?

20.06.2016
Der gebürtige Syrer Nabil Hamy mit dem Mantel seines Großvaters. Foto: Malteser
Der gebürtige Syrer Nabil Hamy mit dem Mantel seines Großvaters. Foto: Malteser

Nabil Hamy (25) war gerade zehn Jahre alt, als er aus Syrien floh. Das war im Jahr 2001, und seine Eltern wurden politisch verfolgt. Damals war Nabil Hamy noch nicht klar, was ihm eines Tages in Deutschland fehlen würde. Als ein Freund ihn vor fünf Jahren fragte, ob er ihm etwas aus Syrien mitbringen solle, wusste er sofort, was ihm wirklich fehlte: „Ich war unheimlich traurig, weil ich meine Großeltern verlassen musste. Ich habe sie sehr geliebt und unheimlich vermisst. Als sie gestorben sind, war ich weit weg. Das tut mir weh. Daher bat ich meinen Freund, den Mantel meines Großvaters mitzubringen, mit dem er mich immer zugedeckt hat. Ich wollte etwas haben, was vielleicht noch nach ihm riecht und was mich an meine Großeltern erinnert.“ Heute lebt Nabil Hamy in Wesseling und ist Teamleiter eines Flüchtlingsheims

Das einzige, was Khalaf Kalo Khalf (29) für sich, seine Frau und seine drei Kinder retten konnte, waren einige Flaschen Wasser und sein Handy. Sonst nichts. Fliehen musste die irakische Familie aus ihrem Heimatort Sununi im Sinjar Distrikt, weil die ISIS-Kämpfer immer näher rückten. „Mein Handy war die ganze Zeit während der Flucht überlebensnotwendig. Ich konnte es auf keinen Fall zurücklassen. Der Kontakt zu den anderen fliehenden Menschen war unheimlich wichtig, damit ich wusste, welche Route gerade sicher ist.“ Heute lebt er mit seiner Familie in einem Camp für Binnenvertriebene in Dohuk in der autonomen Region Kurdistan und hofft, dass sie bald in ihre Heimat zurückkehren können.

Hessam Abdollahi lebt als Flüchtling in Innsbruck, Österreich. Er ist 23 Jahre alt und im Oktober 2015 aus dem Irak geflohen, weil er dort als Student und Christ angefeindet wurde. Als Erinnerung an diese schwere Zeit und als Zeichen seines Glaubens, nahm er einen Gegenstand aus seiner alten Heimat mit: Die Bibel in arabischer Schrift. „Für mich ist die Bibel ein Geschenk Gottes und war in dieser schweren Zeit mein bester Freund. Sie hat mein Leben verändert und darum wollte ich sie auf keinen Fall zurücklassen. Die Bibel ist meine Motivation mir ein neues Leben aufzubauen.“

In Deutschland haben an den ersten von 150 geplanten Standorten ehrenamtliche „Integrationslotsen“ der Malteser ihr dauerhaftes Engagement begonnen. Bundesweit sollen bis zu 7.500 Freiwillige mithelfen, dass Flüchtlinge Deutsch lernen, sich in Schule und Ausbildung zurechtfinden und am gesellschaftlichen Leben vor Ort, z. B. in Vereinen, teilhaben können. Damit wird es der katholischen Hilfsorganisation möglich, Geflüchtete noch individueller zu betreuen als in den Gemeinschaftsunterkünften, in denen sie sich im Auftrag von Ländern und Kommunen um Asylbewerber kümmert. Derzeit betreuen die Malteser 136 Gemeinschaftsunterkünfte mit 48.000 Plätzen. Im März waren es noch mehr als 160 Einrichtungen mit 55.000 Plätzen.

Die Malteser helfen weltweit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Die meisten Flüchtlinge und Binnenvertriebenen kommen derzeit laut UNHCR aus dem Nahen Osten. Allein in dieser Region hat Malteser International im vergangenen Jahr rund 167.300 Menschen medizinisch behandelt und an 52.500 Hilfsgüter verteilt. Aber auch in vielen Ländern in Asien und Afrika sind Menschen auf der Flucht. Darum setzen sich die Malteser u. a. in Myanmar und Thailand für eine bessere Lebens- und Gesundheitssituation der Flüchtlinge ein: So konnten dort beispielsweise im vergangenen Jahr 68.750 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. In Uganda verteilten die Malteser im vergangenen Jahr Hilfsgüter wie Lebensmittel und Hygieneartikel an mehr als 20.000 Flüchtlinge.

Die Malteser rufen zu Spenden für Flüchtlinge in Kriegs- und Krisengebieten auf:

Malteser Hilfsdienst e. V.
Konto IBAN: DE103 7060 120 120 120 001 2
BIC: GENODED 1PA7
Stichwort: „Flüchtlingshilfe“
Oder online: www.malteser-spenden.de 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE26 3706 0193 1201 2100 18  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Der Malteser Hilfsdienst e.V. ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V.