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Malteser in der Erzdiözese Köln

Fasten ist gesund: Von „Dinner Cancelling“ bis Heilfasten

Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. In den sechs Wochen bis Ostern gibt es viele Möglichkeiten, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Fasten kann zur inneren Ruhe und zum Abnehmen beitragen. Mit ein paar Regeln kann man Körper, Seele und Geist auffrischen und sich selbst eine große Freude machen.

01.03.2017
Fasten ist gut für Körper und Seele
Fasten ist gut für Körper und Seele

Dr. Rainer Matejka von der Malteser Fastenklinik von Weckbecker rät:

1. Fasten ist mehr als einfach nur das Essen wegzulassen. Zum richtigen Fasten gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Tee, Obst- und Gemüsesäften oder Gemüsebrühen, damit der Körper genug Vitamine und Mineralstoffe bekommt.

2. Starten Sie sanft ins Fasten mit Entlastungstagen: Die ersten Tage, an denen Sie auf Nahrung verzichten, werden Ihnen leichter fallen, wenn Sie schon 2 – 3 Tage vorher Magen und Darm etwas entlasten: Verzichten Sie möglichst schon auf schwarzen Tee, Kaffee, alkoholische Getränke und das Rauchen. Verzichten Sie ferner auf Fleisch und Wurst und gestalten Sie Ihre Mahlzeiten mit leicht verdaulichen Lebensmitteln, z  B. Kartoffeln, Vollkorn-Basmati-Reis, Hirse, Gemüse, Salat und Obst.

3. Fasten mitten im Alltag? Vielleicht ist für eine persönliche Fastenzeit über ein, zwei oder drei Wochen gerade keine Zeit? Das macht nichts. Sogar einige Stunden des Nahrungsverzichts haben schon positive Gesundheitswirkung. Lassen Sie einfach gelegentlich das Abendessen aus. Das wird auch „Dinner Cancelling“ genannt. Ruhen Magen und Darm in der Nacht aus, werden vermehrt das Schlafhormon Melatonin und Wachstumshormone im Körper gebildet. Die verminderte Energiezufuhr hemmt auch die Bildung bösartiger Körperzellen und bremst Alterungsprozesse. Auch Alltagsbeschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Müdigkeit werden geringer, da der Körper in der nächtlichen Ausscheidungsphase Gelegenheit hat, seinen Säure/Basen-Haushalt auszugleichen.

4. Wer in seiner Fastenzeit nicht aus der Alltagsroutine herauskann, sollte sich bewusst kleine Ziele stecken: Fett, Salz, Zucker, aber auch Zigaretten und Alkohol reduzieren. Dazu Zeitfenster für Ruhe und Erholung einerseits und Bewegung wie Spazierengehen, Nordic Walking oder Tai Chi andererseits einrichten.

5. Den Fastenprozess erleben viele Menschen auch als besondere seelische Erfahrung. Lange gärende Entscheidungen erhalten Schub, Gedanken werden klarer, neue Lebensperspektiven erscheinen am Horizont. Was sich bei fastenden Menschen geistig ereignet, steht oft im Zusammenhang mit den körperlichen Vorgängen.

6. Wer seine Alltagsroutine mal für eine bis drei Wochen durchbrechen kann, sollte die Chance zum Heilfasten ergreifen: Gut vorbereitet, mit einem medizinisch und konzeptionell fundierten Plan. Fastenleiter oder Fastenärzte helfen dabei.

7. Kranke Menschen sollten ausschließlich unter ärztlicher Betreuung, am besten in einer Fastenklinik, nach einem Konzept fasten, das Ernährungs-, Bewegungs-, Physio-, Kneipptherapie und Psychotherapie einbezieht. Nicht fasten dürfen z.B. Schwangere und Stillende, Magersüchtige, HIV-Infizierte und Krebskranke.

8. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, befragen Sie den fastenerfahrenen Arzt, der Sie begleitet, wie sich das Fasten in Bezug auf Ihre Medikamente auswirkt. Er wird Ihnen sagen, inwieweit Sie etwas verändern müssen oder können.

9. Dauerhaft verbessern kann sich das Wohlbefinden, wenn das Fasten zum Einstieg in eine Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten genutzt wird. Die Auseinandersetzung mit sich selbst hilft, die genaueren Ursachen für Gewichtsprobleme, die oft auch einen emotionalen Hintergrund haben, zu erkennen.

10. Wer mit dem Rauchen aufhören will: Während des Fastens verändert sich die Sensibilität der Geschmacksknospen. Die Folge: Die Zigarette schmeckt nicht mehr, und die Entzugserscheinungen werden durch das Fasten deutlich reduziert.

11. Das Fasten sollte nicht abrupt beendet werden, sondern es sollte sich eine Übergangsphase mit leichten, gut bekömmlichen, salz- und fettarmen, basenreichen Speisen (Gemüse, Obst, Kartoffeln) anschließen, damit sich der Körper wieder an eine „normale“ Ernährung gewöhnen kann.

12. Warum nicht auch „Medienfasten“? Die Auszeit vom Alltag ist für Körper, Geist und Seele erfrischend. Die Fastenzeit ist die ideale Zeit, sich auch etwas aus dem Getriebe der Welt zurückzuziehen und dem eigenen Innenleben mehr Raum zu geben. Stellen Sie einmal das Smartphone ab, genießen Sie die Zeit ohne Computer und Fernseher. Freuen Sie sich auf neue Sinneseindrücke ohne Ablenkung! Lesen Sie vielleicht mal wieder ein Buch.

 

 

 

 

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